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Pressemitteilung
Haus & Grund Stuttgart verzeichnete im Jahr 2025 wieder einen großen Sprung beim Mitgliederzuwachs. 1232 neue Eigentümer und Vermieter stießen dazu, insgesamt steigt die Mitgliederzahl auf knapp 25.000. Inhaltlich prägten die diesjährige Mitgliederversammlung die Themen Grundsteuer, Mietpreisbremse, der Immobilienmarkt und die Folgen der Abschaffung des Heizungsgesetzes. In der von über 1000 Besuchern gefüllten Liederhalle sprachen der Vorsitzende Joachim Rudolf, Geschäftsführer Ulrich Wecker und als Gastredner Steffen Bolenz, Leiter der Abteilung Immobilienmarktanalyse und Wertermittlung im Stadtmessungsamt und stv. Vorsitzender des Gutachterausschusses der Stadt Stuttgart.
verfasst von Marius Livschütz | 28.03.2026
Vereinsvorsitzender Joachim Rudolf äußerte sich inhaltlich zu den aktuellen Koalitionsverhandlungen im Land. Trotz unterschiedlicher Vorstellungen der zukünftigen Koalitionäre sehe er gute Chancen für eine Absenkung der Grunderwerbssteuer, zumindest für junge Familien im Ersterwerb: „Das haben beide im Programm. Hier können wir nur sagen: Volle Kraft voraus, den Worten müssen nun Taten folgen!“
Das aktuell emotional, politisch wie gerichtlich viel behandelte Thema Mietpreisbremse stand ebenfalls im Fokus: "Am besten wäre, die Mietpreisbremse so wie in Schleswig-Holstein, ebenfalls von schwarz und grün regiert, einfach abzuschaffen. Sie schafft keinen Wohnraum, verwaltet nur vermeintlichen Mangel und hilft gerade nicht den wirklich Bedürftigen. Auch für Stuttgart gilt: Die Bestandsmieten stagnieren, die Bevölkerung schrumpft, Wohnungen werden gebaut. Wir brauchen dieses Instrument nicht", betonte Rudolf unter großem Applaus der über 1000 anwesenden Mitglieder.
Beim Thema Grundsteuer konnte Haus & Grund einen doppelten Erfolg erzielen: „Zum einen ist es gelungen, das Grundsteueraufkommen B insgesamt neutral zu halten, nämlich bei 160 Mio. Euro für die gesamte Stadt. Ende letzten Jahres haben wir uns gegen Versuchungen des Gemeinderats, das Haushaltsdefizit durch eine Erhöhung der Grundsteuer, um rund 20 Mio. auszugleichen, mit Erfolg gewehrt. Auch die Forderung nach einer Fehlbelegungsabgabe erneuerte Rudolf und forderte, gerichtet an die Stadtverwaltung und den Gemeinderat, beim Thema Stärkung des Stadtbildes und Einzelhandels einen „ideologiefreien und vernünftigen Mix mit hinreichendem Parkplatzangebot“.
Gastredner Steffen Bolenz erläuterte, wie sich der Immobilienmarkt in Stuttgart in 2025 – auch im Vergleich zu anderen Großstädten in Deutschland – entwickelt hat. Insgesamt sei 2025 nach Jahren der Stagnation wieder mehr Bewegung in den Markt gekommen, auch wenn er weiter deutlich unter den Boom-Jahren 2021 und 2022 geblieben sei. Beispielsweise lag der Preis bei Eigentumswohnungen 2025 im Schnitt bei 4240 Euro pro m². Im Neubau bleibe es bei einem hohen Preisniveau, das im Mittel doppelt so teuer sei wie die Preise im Bestand. Stuttgart sei geprägt durch kleinere Transaktionen, weniger durch kapitalstarke Investments. Für 2026 sei eine gute Nachfrage bei knappem Angebot zu erwarten, wenig Neubau und eine bessere Schnittmenge zwischen Käufern und Verkäufern. Auf der anderen Seite stünden als Hemmnisse hohe Baukosten, strukturelle Industrie- und Konjunkturrisiken sowie geopolitische und energiepolitische Unsicherheiten.
Geschäftsführer Ulrich Wecker verkündete in seinem Geschäftsbericht, dass der Stuttgarter Eigentümerverein im Jahr 2025 den Mitgliedern insgesamt rund 18.000-mal mit Rat und Tat zur Seite gestanden habe. Die Beratungsleistungen seien weiterhin stark nachgefragt, zu den Rechtsberatungen gesellten sich zunehmend auch Themen wie Balkonkraftwerke, CO2-Kostenteilung oder Mieterstromverträge. Die wechselhaften und ständigen neuen politischen Vorgaben stellten den Verein in der Beratung vor zusätzliche Herausforderungen.
Inhaltlich betonte Wecker zur Abschaffung des Heizungsgesetzes: „Wir bekommen die Hoheit über den eigenen Heizungskeller zurück! Mit der jüngst angekündigten Abschaffung – ein wirklicher Erfolg für unsere Organisation – wird der Oberlehrer Habeck hoffentlich endgültig aus dem Heizungskeller vertrieben. Damit kommen Vernunft und Technologieoffenheit zurück“. Entscheidend sei für Haus & Grund, individuelle und sachgerechte Lösungen für die jeweiligen Bedürfnisse der Eigentümer in Stuttgart finden zu können: „Wer ganze Häuser bauen und vermieten kann, kann auch eine zukunftsträchtige Heizung organisieren und braucht keine Planwirtschaft aus Berlin!“ Auch zu den Planungen zur Fernwärme äußerte sich Wecker: „Positiv bewerten wir den geplanten Ausbau und die Dekarbonisierung der Fernwärmenetze. Allerdings müssen die Kosten für die Nutzer bei der Umstellung der Fernwärme auf Klimaneutralität im Blick bleiben. Fernwärme darf nicht zur Kostenfalle für Eigentümer und Mieter werden.“
Bei den turnusgemäßen Wahlen wurden die zur Wahl stehenden Vorstände mit einer überwältigenden Mehrheit wiedergewählt: Dr. Christine Bechtle-Kobarg, Roland Schmid, Joachim Rudolf und Prof. Dr. Wolfgang Schuster.
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