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Pressemitteilung

Local first: Ausbau Energieversorgungsnetze durch Verkauf städtischer Windparks finanzieren

Die Berichterstattung über einen mutmaßlichen temporären Ausgabenstopp bei der Stuttgart Netze GmbH bestätigt die Annahme, dass die politischen Rahmenbedingungen der städtischen Energiewende nicht ordentlich zu Ende gedacht wurden. So erfordert der dringend benötigte Netzausbau und die Netzerneuerung durch die Elektrifizierung von Mobilität und Heizung einen gewaltigen Invest vor Ort – also dort, wo Energie auch benötigt und verbraucht wird. Das ist auch und insbesondere für Immobilieneigentümer entscheidend. Haus & Grund Stuttgart schlägt zur Finanzierung den Verkauf der städtischen Windparks vor. Haus & Grund geht von einem Wert im dreistelligen Millionenbereich aus.

verfasst von Marius Livschütz | 27.08.2026

Stadtpolitik
Wärmewende

Der Eindruck aus dem Pressebericht der Stuttgarter Zeitung über den „vollständigen Ausgabenstopp“ bei der Stuttgart Netze GmbH, nachdem es über die hohen Investitionserfordernisse in den Netzausbau und Netzerhalt in Stuttgart keine Klarheit gegeben habe und diese nun neu bewertet werden müssten, verwundert. Haus & Grund Stuttgart hatte dazu unter den Vorzeichen technischer Kapazitäten vor einigen Jahren öffentlich nachgefragt. „Wobei uns stets versichert wurde, dass nicht nur der Unterhalt des Netzes à jour sei, sondern das Netz auch durch die Energiewende bedingten Mehrleistungen (kurz: Elektrifizierung von Mobilität und Heizung) zukunftsfähig und gewappnet sei – mit der kleinen Einschränkung der damals so bezeichneten „Ärztestraßen in der Peripherie““, so Haus & Grund Stuttgart-Geschäftsführer Ulrich Wecker.

„Wenn die Stadt verlangt, dass wir alle elektrisch Fahren und Heizen, hat sie die notwendigen Infrastrukturen technisch zu gewährleisten und die dafür erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen“, so Vereinsvorsitzender Joachim Rudolf. Der Kapitalbedarf für die Instandhaltung und den Ausbau der Netze sei immens und die Stadtkasse – anders als 2022, als vollmundig 3 Mrd. Euro für die städtische Klimawende in den Raum gestellt werden konnten – heute leer. „Um den Netzausbau dauerhaft wirtschaftlich stemmen und zeitnah umsetzen zu können, wäre es sinnvoll, dass die eigenen 31 Windräder der Stadtwerke, die sich in der Republik verstreut drehen, verkauft werden. Mit den Erträgen daraus könnte der Netzausbau in der Stadt vorangetrieben werden“, schlägt Wecker vor.

„Ein gut ausgebautes Stromnetz ist für Immobilieneigentümer in Stuttgart unverzichtbar“, betont Rudolf. „Es gewährleistet eine zuverlässige Versorgung, ermöglicht die Elektrifizierung mit der Integration von Wärmepumpen, Ladesäulen und Photovoltaik und verhindert Engpässe, die auch die Attraktivität des Standorts und damit den Immobilienwert gefährden könnten. Nur mit einer leistungsfähigen Strominfrastruktur können Eigentümer von der E-Mobilität und der Energiewende profitieren und ihre Immobilien auch langfristig attraktiv halten“.

„Priorität muss deshalb die Infrastruktur in Stuttgart haben, wozu Strom- und Wärmenetze zählen. Sie sind Grundvoraussetzung für die Energiewende und sind Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. In Windräder und Solarparks andernorts zu investieren, wie es die Stadt in den Jahren 2013 – 2015 getan hat, ist indes nicht der richtige Weg. Das geschah vornehmlich als Kapitalanlage und in Zeiten als die öffentlichen Kassen noch sprudelten. Diese Anlagen produzieren auch ohne die Teilhaberschaft der Stadt Stuttgart Ökostrom, und halfen lediglich, die lokale Klimabilanz schönzurechnen (aktuell ist ein weiterer Windpark in Oberfragen geplant). Es ist aber kein Beitrag zur Stabilisierung, Erneuerung und Ausbau des in Stuttgart dringend benötigten Stromnetzes“, so Rudolf und Wecker.

Bereits im Frühjahr 2025 hatte Haus & Grund Stuttgart gemahnt, dass Investitionen in Klimabilanzkosmetik nur dazu führen, dass Mittel gebunden werden, die wirkungsvoller vor Ort für Strom- und lokale Wärmenetze sowie für die Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen für Immobilieneigentümer eingesetzt werden könnten.

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