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Aktuelles
Es überrascht nicht, dass Immobilieneigentümer beim Heizungstausch zögern: Die Investitionskosten sind zu hoch, die bürokratischen Hürden zu komplex, das Mietrecht stellt hohe Anforderungen und am Ende rechnet es sich häufig nicht: „Die Energiewende tragen wir mit – aber die Kosten sind aus volkswirtschaftlicher Sicht abenteuerlich", so Geschäftsführer Ulrich Wecker gegenüber der Stuttgarter Zeitung. "Allein die Höhe der jetzigen Fördermittel hätten früher für drei Gasheizungen gereicht“.
verfasst von Marius Livschütz | 22.02.2026
Energetische Sanierung und Heizungstausch – eine Herausforderung für Eigentümer
Der Austausch einer überalterten Gasheizung in einem von Haus & Grund Stuttgart vermieteten Mehrfamilienhaus in Stuttgart hat nochmal deutlich gemacht, wie groß die Herausforderungen und Fallstricke bei der Umstellung auf moderne Heizsysteme – speziell Fernwärme und Wärmepumpe – aktuell sind.
Fernwärme: Überraschend teuer und wenig transparent
Haus & Grund Stuttgart hat, wie viele Eigentümer von Mehrfamilienhäusern, zunächst die Option Fernwärme geprüft. Nach einem langen Hin- und Her, ob es überhaupt möglich ist, eine bestehende Fernwärmeleitung anzuzapfen, gab es am Ende von Seiten der EnBW grünes Licht für diese Option. Für den Anschluss des Gebäudes und die erforderlichen Installationen wurden Kosten von bis zu 145.000 Euro aufgerufen. Eine Summe, die aus immobilienwirtschaftlicher Sicht absolut abenteuerlich erscheint und für viele Eigentümer schlicht nicht darstellbar ist. Im Detail setzen sich diese Kosten meist zusammen aus Anschlussgebühren und Erschließungskosten, der Übergabestation im Gebäude ggf. dem Rückbau alter Heiztechnik. Hinzu kommt, dass die laufenden Fernwärmepreise regelmäßig Preisanpassungen unterliegen, die vertraglich und preisrechtlich für Eigentümer oft schwer kalkulierbar sind. Die Transparenzprobleme bei der Preisfestsetzung hat Haus & Grund immer wieder zum Thema gemacht. Notwendig ist in diesem Zusammenhang Preistransparenz und eine effektive Preiskontrolle.
Wärmepumpe: Teuer und nicht immer eine Option
Als Alternative zur Fernwärme gilt die Wärmepumpe – im politischen Diskurs das „Zaubermittel“ für die Heizwende. Doch auch hier zeigte sich rasch: Die Wärmepumpe ist keine Allround-Lösung. Im Beispiel des Mehrfamilienhauses von Haus & Grund Stuttgart haben zwei von drei angefragten Handwerkern abgewunken, denn eine Wärmepumpen-Lösung sei in dem Haus aus den späten 1950er Jahren nicht machbar. Das einzige verbliebene Angebot lag bei sage und schreibe 121 000 Euro.
Haus & Grund kann das stemmen – aber nicht jeder private Vermieter
Die angebotenen Summen (bis zu 145.000 Euro für Fernwärme) sprengen selbst bei Reihenhäusern und Mehrfamilienhäusern den Rahmen des wirtschaftlich Vertretbaren. Gerade bei Fernwärme sind die Preiskalkulation und zukünftigen Betriebskosten für Eigentümer nur schwer nachvollziehbar. Bei der Wärmepumpe sind sich selbst Fachleute nicht einig, ob es technisch machbar und wirtschaftlich sinnvoll ist.
Haus & Grund hat sich für die Option Fernwärme entschieden. Insgesamt ist diese in vorliegendem Fall nach Abzug aller Zuschüsse 8000 Euro günstiger als die Wärmepumpen-Option. Am Ende kommen 80.000 Euro an Zuschüssen zustande. Der Verein zahlt noch 65.000 Euro selbst. Für die Fernwärme-Option spricht ebenfalls, dass sie fast ohne Wartung auskommt, so Vereinsgeschäftsführer Ulrich Wecker: „Da haben wir auf Jahrzehnte hinaus Ruhe.“ Hat man alle Förderungen korrekt und sinnvoll mobilisiert, sinkt zwar sowohl beim Fernwärmeanschluss wie auch bei der Wärmepumpe der Preis, aber dafür kommt eben der Steuerzahler dann dafür auf – das ist auch volkswirtschaftlich nicht vernünftig.
Fazit für Eigentümer
Die Umstellung auf Fernwärme oder Wärmepumpe ist mit erheblichen finanziellen Risiken verbunden – trotzdem muss in der Regel eine Entscheidung für das ein- oder andere getroffen werden. Konkrete Angebote und der Zustand des Gebäudes sollten genau geprüft werden. Unbedingt zu empfehlen sind mehrere Vergleichsangebote, ausführliche Wirtschaftlichkeitsberechnungen und eine neutrale Fachberatung, bevor Entscheidungen getroffen werden. Auch sollten sich Eigentümer über die Förderlandschaft schlau machen, beispielsweise über Zukunft Altbau oder kommunale Energieberatungszentren. Haus & Grund Stuttgart berät seine Mitglieder kostenlos.
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